In Schwerin ist ja nicht nur Sommerloch – ach, wäre doch endlich, endlich, Sommerloch, der Urlaub ist noch 7 einhalb Wochen hin – in Schwerin ist vor allem BUGA. Ich war schon da, toll! Ne, ganz ehrlich, trotz der änfanglichen Skepsis, wirklich toll.

Nach dem Eintrag 0 in mein BUGA-Tagebuch wäre vielleicht doch mal der Eintrag 1 fällig, sonst wird es eher ein Monatsbuch.
Mein BUGA-Tagebuch, Eintrag 1
Liebes Tagebuch, lieber Martin*, in Schwerin ist jetzt die Bundesgartenschau eröffnet. Schon vor einer ganzen Weile. Ich war schon ganz oft dort. Hab eine Dauerkarte. Die Dauerkarte ist tatsächlich personalisiert und nicht übertragbar, wie ich irgendwo mal behauptet habe, da ist ein eingescanntes Passbild von mir drauf.
Auf der BUGA gibt es nicht nur ganz viele Blumen, da gibt es auch eine Brücke, die über den See führt und von der aus man das Schloss sehen kann, so wie nur im Winter, wenn der See mal zugefroren ist oder vom Boot aus. Damit die Boote noch zum Schloss kommen, ist auf der Brücke eine Treppe über eine Durchfahrt für die Schiffe. Damit auch Menschen, denen Treppen ein Hindernis darstellen, über diese Brücke gelangen können, fährt ein Schiff vom Anfang der Treppe bis zum Ende der Treppe. Das fährt ganz umweltfreundlich, nämlich solarbetrieben. Umweltfreundlich finde ich gut. Die Brücke wackelt immer ein wenig, wenn man drüber läuft. Je nach Wind mal mehr, mal weniger.
Schön waren die ganzen Tulpen, die sind jetzt aber schon weg. Die waren in meist ansprechenden Farbkombinationen in die Beete gepflanzt. Jetzt sind eher Stiefmütterchen dort und die Rosen werden bestimmt bald blühen oder blühen schon. Es gibt auf der BUGA eine Rose, die heißt Rosamunde Pilcher. Das finde ich lustig.
Schön sind auch die Liegestühle, die sind vom NDR. Und dass man fast überall hin darf, kaum ein Stück Rasen ist abgesperrt.
Schön finde ich, dass Menschen von überall her nach Schwerin kommen. Schwerin ist jetzt ein wenig so, wie eine echte Touristenstadt, so wie München, außer, dass kaum Japaner hier sind. Japanische Touristen beim Glockenspiel am Marienplatz. Ist also vielleicht auch ganz gut. Nicht dass ich was gegen Japaner hätte, aber soo Touristenstadt muss auch nicht sein.
Der Heckengarten gefällt mir, auch der Küchengarten. Salat und Kohlrabi hübsch in Reihen. Die aufgeknöpften Birnenbäume finde ich etwas befremdlich, gezähmte Natur, erntemaschinenoptimiert. Aber die BUGA ist ja auch eine Gartenhandwerksleistungsschau. Also sollen dort von mir aus auch erntefreundliche Nutzpflanzen stehen.
Gut finde ich, dass ich mit meiner Dauerkarte durch das Bugagelände joggen kann. Schlecht finde ich, wenn ich hinten am Franzosenweg durch das Drehtor aus der BUGA raus jogge, dass ich dann nicht an der Schleifmühle wieder aufs Gelände drauf kann. Andersrum auch nicht. Das sind nur Ausgänge, keine Eingänge. Dann muss ich ganz rum, die Stellingstraße entlang und die ist zum Joggen hässlich. Ebenso zum Fahrradfahren, da geht es jetzt nur über die Stellingstraße, wenn ich Richtung Zippendorf möchte.
Sehr schön geworden, finde ich die Promenade an der Graf-Schack-Alle. Da gehe ich gern spazieren. Etwas schade finde, dass der Durchgangsverkehr dort nicht gesperrt wurde, der muss sich eigentlich nicht nicht am alten Garten vorbei schlängeln, der schneidet die Innenstadt von der BUGA ab. Da hätte ich mich über eine mutige Entscheidung gefreut, Autos anders herum fahren. Aber da sind wir halt noch nicht so weit.
Soviel für heute, liebes Tagebuch.
Aber nicht nur Blümchenschauen hilft durchs Sommerloch. Es gibt zur Zeit auch satt Kultur!
Zum Beispiel am Donerstag, 11.6. im werk3 die Wortlichter, am Sonntag, den 14.6. im Angler 2 die SuMsen, bald auch im werk3 die SuMsen, noch bis zum 20.6. den Jedermann in der Schelfkirche, den ich nicht, so wie den kleinen Horrorladen verpassen möchte.
Und vielleicht ist ja bald auch wieder echt Sommer, dann auf mit dem Rad ins S0ommerloch, ju-hu!
* Du Artikelanstupser, Du!